Offen feiern zum CSD

Eine gute Möglichkeit, offen zu sein, wie man ist, ohne sich verstecken zu müssen, sondern auch noch andere dazu aufzumuntern, Verständnis zu haben und gemeinsam Spaß zu haben, bietet der Christopher Street Day (CSD). Dabei handelt es sich um einen Gedenk-, Fest- und Demonstrationstag vom Schwulen, Lesen, Bisexuellen und Transgendern, die mehr Respekt und Gleichberechtigung fordern und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung kämpfen. Je nach Land variiert die Veranstaltung und wird in Österreich z.B. als Regenbogenparade und in romanischen und englischsprachigen Ländern als Gay Pride bezeichnet – für alle Menschen, die sich nicht länger hinter einer Jalousie verstecken möchten.

Entwickelt hatte sich der CSD aus dem Stonewall-Aufstand 1969 zu dem Homosexuelle und andere sexuelle Minderheiten gegen die Polizei in der New Yorker Christopher Street traten. Seitdem findet in New York am letzten Samstag des Junis, am Christopher Street Liberation Day, immer ein Straßenumzug statt, der sich international etablierte. In vielen deutschen Städten, wie Köln oder Berlin, finden seitdem auch jedes Jahr Demonstrationen statt, die in Form des CSD veranstaltet werden. Hier kann jeder unterm Sonnensegel sitzen, so gekleidet wie er möchte, weshalb man hier auch viele verrückt angezogene Menschen findet, die sich nicht verstecken, sondern sich so zeigen möchten, wie sie sind. Den ersten CSD gab es in Deutschland 1979 in Bremen und Berlin, wobei frühere Demos bereits seit 1972 stattfanden.

Der größte CSD findet in Deutschland jedes Jahr unter dem Namen Cologne Pride in Köln statt. Doch auch in vielen anderen deutschen Städten kann man an Demos und Paraden teilnehmen, die optisch gerne an Karneval- oder Technoveranstaltungen erinnern. Denn auch hier verkleiden und schmücken sich die Menschen, um nach außen zu zeigen, dass sie anders sind, aber offen dazu stehen und einfach Spaß haben und feiern wollen. Demnach finden die CSDs in Deutschland auch nicht nur an einem Tag, sondern an vielen Wochenenden von Juni bis August statt. Unterstützt werden die dort stattfindenden Kundgebungen dabei meist von Künstlern, damit auch die letzten Zweifler und Kritiker sehen, dass auch Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender ganz normale Menschen sind, die sich nur ein klein wenig von ihnen unterscheiden.